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„Der Corona-Virus hat das zunichte gemacht“

Eigentlich hätte am Samstag, 4. April 2020, im Stiftsschaffneikeller das gemeinsame Konzert von The Worlderers und Ballade, Straßbourg, stattfinden sollen. Noch Anfang März haben Bandleader Herbie Wickertsheim und die Mitglieder der Band in ihrem Proberaum im Gemeindehaus der evangelischen Christusgemeinde für diesen Auftritt geprobt und den Songs den letzten Schliff gegeben. Aber es kam anders – wegen der Corona-Krise.

Als das südliche Elsass zur Gefahrenzone erklärt wurde, zog Herbie Wickertsheim die Reißleine und sagte das Konzert ab. Einen Tag später galt das gesamte Elsass als Risikogebiet, die Grenze wurde geschlossen. Wie geht es nun weiter mit den beiden Flüchtlingsbands, die für ihr grenzüberschreitendes Projekt vom Eurodistrikt finanziell unterstützt werden? Herbie Wickertsheim beantwortet Fragen dazu.


Titelfoto: Freundeskreis Flüchtlinge Lahr

Bei den Worlderers gibt Bandleader Herbie Wickertsheim den Takt an, auf der Website beantwortet er Fragen zum Thema Corona und Musik.


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Aktion gegen Rassismus wird auf 2021 vertagt

„Wir müssen leider die beiden Veranstaltungen absagen – Begründung erübrigt sich. Schade um die Arbeit“, schreibt Heimfried Furrer vom Arbeitskreis Rassismus im E-Mail-Verteiler an die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr. Worum geht es?

Die internationalen Wochen gegen Rassismus vom 16. bis 29. März wollte auch der Freundeskreis Flüchtlinge Lahr dazu nutzen, um seine Stimme gegen Rechts zu erheben. Nein zum Rassismus, lautete sein Motto. Und damit wollte er an gleich zwei Samstagen in der Lahrer Innenstadt auf die Straße gehen. Aber es kam anders. Klar, wegen der Corona-Pandemie.


Titelfoto: Freundeskreis Flüchtlinge Lahr

Eine kleine Arbeitsgruppe des Freundeskreises hat die Materialien für den Tag des Rassismus vorbereitet. Jetzt kommt es in eine Kiste – für nächstes Jahr.


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Die Ausstellung ist jetzt im Internet zu sehen

Die Sonderausstellung des Freundeskreises Flüchtlinge unter dem Titel „Un-bekannte Mitbürger – Leben und Alltag von Geflüchteten in Lahr“ haben laut Bilanz des Stadtmuseums im vergangenen Herbst insgesamt 1800 Besucherinnen und Besucher gesehen. Die Museumsleitung bezeichnete die Ausstellung sogar als den Publikumsmagneten des Jahres 2019. Der Grund dafür: Für Schulklassen hatte es zusätzliche Sonderführungen gegeben. Die Ausstellung lebt jetzt im Internet weiter.

Auf der Website des Freundeskreises sind unter dem Menüpunkt Dokumentieren auf insgesamt 50 Seiten die Materialien der Sonderausstellung zu sehen, darunter Texte, Grafiken, Fotos, Audiodateien und ein Film des Lahrer Film- und Videoclubs. Nicht alle Aspekte der Ausstellung ließen sich online so ohne weiteres umsetzen. Statt der Geruchsstation mit orientalischen Gewürzen gibt es nur eine nüchterne Beschreibung der Würzstoffe. Statt der Bücherecke gibt es nur eine Bücherliste. Aber das Ziel der Präsentation bleibt das gleiche: Vorurteile gegenüber von Geflüchteten abzubauen.


Titelfoto: Freundeskreis Flüchtlinge Lahr

Die Sonderausstellung des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr ist im vergangenen Herbst im Stadtmuseum zu sehen gewesen.


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„Rassismus hat in unserer Stadt keinen Platz“

Der Freundeskreis Flüchtlinge Lahr ist entsetzt über die Bluttaten von Hanau. In Hanau ist ein Verbrechen passiert, das in die Reihe rechter Gewalttaten in unserem Land gehört, sagt der Freundeskreis in seiner Stellungnahme. Der Mörder habe seine Tat, bei der neun Menschen ihr Leben verloren haben, rassistisch begründet.

„Er hing einer Rassenlehre an, die Menschen aus anderen Ländern für minderwertig hält und ihnen sogar das Lebensrecht abspricht. Die Bezeichnung als „Einzeltäter“ soll darüber hinwegtäuschen, dass seine Gedankenwelt durch die Verlautbarungen der xenophoben Hetzer und braunen Rassisten beeinflusst wurde. Seine Gedanken sind von rechtsradikalen, fremdenfeindlichen Äußerungen beeinflusst“, heißt es beim Freundeskreis.


Titelfoto: Berthold Bronisz / pixelio.de

Der Freundeskreis Flüchtlinge Lahr appelliert an den Bürger, den Anfängen des Rassismus zu wehren.


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Ein Projekt von unschätzbarem Wert

Das Grundschulprojekt des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr ist derzeit das Aushängeschild der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in Lahr. Seit Ostern 2019 läuft es nun schon und erreicht inzwischen neun Schulen und 15 Schülerinnen und Schüler der Klassen eins bis drei. Die Resonanz aus den Schulen ist überschwänglich. Ein guter Grund also, sich einmal hautnah anzuschauen, wie dieses Projekt funktioniert.

Konferenz der Lehrer. Gemütlich geht es hier zu, die Anwesenden machen es sich auf den Polstersesseln und Sofas bequem, auf dem Tisch stehen neben Wasser und Säften Sesambrezeln, Erdnüsse und Grissini zum Verzehr bereit. Auch sonst ist diese abendliche Konferenz anders als alle anderen. Die Lehrkräfte – Frauen und Männer – sind zwischen 16 und 74 Jahre alt. Auf mehr als sieben Jahrzehnte bringt es Marianne Perotto. Als sie noch berufstätig war, arbeitete sie als Musiklehrerin und als Leiterin der Schülerhilfe in Kippenheimweiler. „Richtige“ Lehrer sind die wenigsten der Anwesenden, sie warten aber mit verschiedenen pädagogischen Erfahrungen auf. Und sie haben alle das gleiche Ziel: Sie wollen Lahrer Grundschülerinnen und Grundschülern mit Migrationshintergrund dabei helfen, ihre deutschen Sprachkenntnisse zu verbessern.


Titelfoto: Freundeskreis Flüchtlinge Lahr

Lehrerkonferenz (von links): Heimfried Furrer, Adeeba Khan, Annika Kern, Marianne Perotto sowie Moshe und Debora Straniero tauschen Ideen aus.


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