Infos für Arbeitgeber

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Die Integration in den Arbeitsmarkt ist eine vordringliche gesellschftliche Aufgabe, deshalb gibt es auf der Website des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr Infos für Arbeitgeber.

Geflüchtete Menschen sollen schließlich möglichst schnell für ihren Lebensunterhalt selbst sorgen können, ihr Potential und ihre Fähigkeiten einbringen und ihren Beitrag als Mitglieder unseres Gemeinwesens leisten.

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Auf dem Weg zum Arbeitsmarkt gibt es für Flüchtlinge eine ganze Reihe von Hindernissen.  – Foto: Astrid Götze-Happe / pixelio.de

 

Sprachliche und bürokratische Hindernisse

Dem Zugang zum Arbeitsmarkt stehen aber nicht nur sprachliche Hindernisse entgegen. Komplizierte und unübersichtliche Regelungen und schwerfälliges Behördenhandeln führen zudem zu langen Wartezeiten, selbst wenn ein Arbeitgeber bereit ist, einen Flüchtling einzustellen.

Es ist auch oft ein langwieriger Prozess, bis ausländische Bildungsabschlüsse in Deutschland anerkannt werden. Häufig haben geflüchtete Menschen auch die erforderlichen Dokumente nicht zur Verfügung. Berufliche Qualifikationen werden zudem in den Herkunftsländern oft beim Arbeiten erworben und nicht formal dokumentiert.

Eine schwierige Aufgabe

Für die Ehrenamtlichen des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr ist die Hilfe bei der Jobsuche wohl die schwierigste Aufgabe. Wenn es ihnen hin und wieder gelingt, jemanden in Arbeit zu bringen, ist dies eher die Ausnahme. „Wir können aber begleitend und beratend die Kontakte zum Jobcenter, der Neuen Arbeit Lahr und einzelnen Arbeitgebern vermitteln und unterstützen“, betont der Freundeskreis.

Ob und unter welchen Bedingungen ein Flüchtling arbeiten, ein Praktikum oder eine Ausbildung annehmen darf, hängt von seinem Aufenthaltsstatus ab und ist in den Aufenthaltspapieren (meist grüner Ausweis) schriftlich vermerkt.

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Ob ein Flüchtling arbeiten darf oder nicht, hängt von seinem Aufenthaltsstatus ab.  – Foto: Thorben Wengert / pixelio.de

 

Wer darf arbeiten?

Uneingeschränkt arbeiten dürfen Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge sowie solche, die einen sogenannten subsidiären Schutz erhalten haben; ebenso Menschen, die eine Aufenthaltsgestattung oder Duldung haben und sich bereits 48 Monate in Deutschland aufhalten.

Ein Arbeitsverbot gilt

  • während der Erstaufnahme (außer für unentgeltliche ehrenamtliche Tätigkeiten und Ein-Euro-Jobs
  • in den ersten drei Monaten nach Antragstellung auf Asyl
  • wenn ein solches Verbot ausdrücklich ausgesprochen und in den Papieren vermerkt ist
  • vor allem in den Duldungen können Beschäftigungsverbote eingetragen sein (Versagung der Erlaubnis)

Eingeschränkter Zugang

Einen eingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt haben die Asylbewerber nach dem dritten Monat beziehungsweise die Geduldeten, in deren Aufenthaltsgestattung beziehungsweise Duldung folgender Satz steht: Erwerbstätigkeit nur mit Genehmigung der Ausländerbehörde gestattet.

In diesen Fällen wird geprüft, ob ein bevorrechtigter Bewerber für den konkreten Arbeitsplatz zur Verfügung steht (Vorrangprüfung); außerdem, ob die Arbeitsbedingungen denen eines vergleichbaren deutschen Arbeitnehmers entspricht. Die Vorrangprüfung entfällt nach einer Aufenthaltsdauer von 15 Monaten, die Prüfung der Arbeitsbedingungen nach 48 Monaten.

Dazu gibt es verschiedene Ausnahmen. Deshalb, und auch wegen der hin und wieder geänderten Bestimmungen, ist es wichtig, sich beim Jobcenter beraten zu lassen.

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Wenn es um das Einstellen von Flüchtlingen geht, ist es ratsam, mit dem Job-Center zu sprechen.  – Foto: Karl-Heinz Laube / pixelio.de

 

Informationen zur Arbeitserlaubnis

  • Ausländerstelle, Rathaus Nordflügel, Rathausplatz 4, Lahr
  • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind unter folgenden Telefonnummern erreichbar: 07821 / 910-0329, -0319, -0331, -0325, -0327, -0332

Informationen zur Arbeitsvermittlung

  • Agentur für Arbeit, Otto-Hahn-Straße 1, Lahr,  Tel. 0800 / 4 5555 00
  • Kommunale Arbeitsförderung, Alte Bahnhofstraße 10, Lahr, Tel. 07821 / 95449-2000

Ausführlichere Informationen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge zum Thema Infos für Arbeitgeber  gibt es hier.

Weitere Hinweise

Eine Übersicht über die Rahmenbedingungen bei der Beschäftigung von Flüchtlingen gibt es bei der Flüchtlingshilfe Baden-Württemberg.

Weiterhelfen kann auch Heimfried Furrer vom Freundeskreis Flüchtlinge Lahr.fos für Arbeitgeber Infos für Arbeitgeber