Musizieren

Flüchtlingsband The Worlderers

Die Flüchtlingsband The Worlderers – Foto: privat

Ziel des Musikprojekts The Worlderers ist es, Geflüchteten die Möglichkeit zu geben, in der Öffentlichkeit bei der einen oder anderen Veranstaltung die Musik ihrer Heimat zu präsentieren, dadurch ihr Selbstbewusstsein zu stärken und somit ihre Integration zu fördern. „Und eine Art von Deutschunterricht ist es auch“, sagt Bandleader Herbie Wickertsheim, der das Projekt 2015 ins Leben gerufen hat. „Gerne würde ich sagen, wir sind jetzt perfekte Musiker geworden, aber das wäre der Zeit weit voraus gegriffen.“

Musikalische Quereinsteiger

Zum größten Teil besteht die Gruppe nämlich aus musikalischen Quereinsteigern. Sie können auf Gitarre und Keyboard noch nicht alle Akkorde, sie haben nie zuvor Noten gelernt, das ist jetzt die Basisarbeit bei den Proben. „Aber wir haben viel Spaß dabei, das ist das Wichtigste“, sagt Wickertsheim.

Momentan sind neun Mitglieder in der Band, sie stammen aus den Ländern Gambia, Syrien, Afghanistan, Iran, Deutschland und Frankreich. „Immer wieder kommen auch neue dazu, andere hören auf, was natürlich sehr schade ist. Aber so stehen wir immer wieder vor interessanten Herausforderungen, die Neuen einzubauen, beziehungsweise verloren gegangene Bandmitglieder zu ersetzen“, erzählt der Bandleader.


Do it Now mit den Worlderers

Stark verändertes Repertoire

Das Repertoire der Worlderers hat sich in den vergangenen drei Jahren stark verändert. Sangen und spielten sie zu Beginn fast nur deutsche Lieder mit eigenen Texten, in denen die Probleme der Geflüchteten in Liedreimen verpackt waren, kann die Band jetzt verstärkt mit afghanischen und arabischen Liedern aufwarten, nicht zu vergessen die von Yaya selbst komponierten Reggae-Songs aus Gambia.

„Von Auftritt zu Auftritt überlegen wir, welches Publikum wir haben werden und stellen uns musikalisch entsprechend darauf ein“, sagt Wickertsheim. Etwa ein dutzend Konzerte sind es, die die Worlderers pro Jahr in der Ortenau spielen dürfen. Dafür üben sie jede Woche zwei Stunden lang. Neues Probelokal wird voraussichtlich der Gemeindesaal der Christuskirche sein.

„Gern dürfen sich noch – möglichst junge – Geflüchtete bei uns anmelden, die schon ein Instrument spielen können oder es noch erlernen oder einfach nur mit uns zusammen singen wollen“, betont der Seelbacher Herbie Wickertsheim.

Herbie Wickertsheim am Schlagzeug – Foto: Freundeskreis Flüchtlinge Lahr

Kontakt zum Projektleiter

Herbie Wickertsheim – zur Person

Die Musik ist Herbie Wickertsheim gewissermaßen in die Wiege gelegt worden. Beide Eltern waren Musiker. Bereits mit vier Jahren stellten sie den jungen Herbie mit der Mundharmonika auf die Bühne. Im musischen Gymnasium hatte er Klarinettenunterricht. Alle anderen Instrumente – Saxpohon, Trompete, Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboard, Tenorflöte, Dudelsack und Didgeridoo – hat er sich selbst beigebracht. Als Musiklehrer war er an Förderschulen in der Ortenau tätig. Er spielte in verschiedenen Bands und tritt seit 1973 zusammen mit seiner Frau Trudy als Duo Hot & Sweet auf.

Das Logo der Worlderers – Foto: privat

Preise

Mit den Preisgeldern wurden neue Instrumente und Zubehör angeschafft.

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