Eine Exkursion wie eine Klassenfahrt

Etwa 30 Erwachsene und 18 Kinder standen auf der Liste für die Anmeldung zur Bahnfahrt nach Offenburg und den Besuch des Ritterhausmuseums. Die jeweils genaue Zahl konnte man der Anmeldeliste nicht entnehmen, unter anderem wegen der schwer lesbaren Einträge und der fehlenden Altersangaben der Kinder.

Manchen schreckte die hohe Zahl der Teilnehmer an der Exkursion des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr, nicht aber einen alten Pauker mit jahrzehntelanger Klassenfahrt-Erfahrung. „Etwas geht immer schief, aber wir kriegen das hin.“ Mit dieser beruhigenden Auskunft musste sich die um Sicherheit und klare Planung besorgte Isabell Kollmer zufriedengeben.


Titelfoto: privat

Eine große Gruppe von Einheimischen und Migranten aus Lahr findet sich in Offenburg vor dem Ritterhausmuseum ein.


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Die Lahrer Fahrrad-Werkstatt stellt sich jetzt breiter auf

Die Fahrrad-Werkstatt geht nun in ihr fünftes Jahr. Am 1. April 2026 beginnt die neue Saison auf dem Gelände des Schlachthofs Jugend & Kultur. Dann werden wieder gebrauchte Fahrräder zu günstigen Preisen zum Verkauf angeboten. Das klingt so, wie es in den vier Jahren zuvor auch schon gewesen ist. Und doch ist dieses Mal vieles ganz anders. Denn die Werkstatt stellt sich von nun an viel breiter auf.

Kunden zum Beispiel sind nicht mehr nur Migranten wie bisher, sondern alle Menschen, die sozial benachteiligt sind. In der Werkstatt arbeiten nun auch Deutsche mit, nicht mehr nur Flüchtlinge. Viel mehr Wert gelegt wird künftig auf Kooperationen gelegt, zum Beispiel mit dem Schlachthof. Und was auch anders ist: Das Projekt ist nicht mehr nur ein loser Zusammenschluss von Menschen, sondern es ist ein gemeinnütziger Verein geworden, die Lahrer Fahrrad-Werkstatt e.V.


Titelfoto: Freundeskreis Flüchtlinge

Fahrräder, wohin das Auge reicht. Es geht beim Verein Lahrer Fahrrad-Werkstatt e.V. aber auch um Menschen.


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Der Flüchtling Alaa Zarzour ist nach Syrien zurückgekehrt

Es stand in der Badischen Zeitung: Ein junger syrischer Mann, Alaa Zarzour, beschließt, kurz vor dem deutschen Weihnachtsfest in sein Heimatland zurückzukehren. Es hat zwar einen Job in Lahr, aber bei dieser Hilfsarbeit kaum Gelegenheit, sein noch schwaches Deutsch zu verbessern. Ohne gute Deutschkenntnisse sind aber die Chancen auf eine Stelle in seinem gelernten Beruf als Buchhalter gleich Null. Und ein Sprachkurs steht für ihn nicht zur Verfügung.

Selbst wenn er gehofft hat, in Zukunft mit guten Deutschkenntnissen und einer ordentlichen Arbeit seine Familie nachkommen zu lassen, sieht er diese Aussicht durch die neuerdings verschärfte Migrationspolitik der deutschen Regierung vereitelt. Zurück also ins vom Assad-Regime befreite Syrien, über das man in den Medien die unterschiedlichsten Nachrichten und Bilder findet, selten ermutigende. Aber für die deutsche Regierung unter dem Abschiebeminister Dobrindt ist Alaa ein Erfolgsfall.


Titelfoto: Alaa Abu Khaled

Alaa Zarzour und Heimfried Furrer (von links) treffen in Freiburg die großzügige Spenderin Hedwig Müller (rechts) und ihren Lebenspartner.


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Literatur, die zu einem Austausch anregt

„Exil“ heißt auf Türkisch “sürgün“. Das Wort hat auch die Nebenbedeutung „frisch austreibender Spross“. Darauf weist der Journalist Can Dündar hin, der wie viele der Flüchtlinge aus der Türkei seine Heimat aus politischen Gründen verlassen musste.

Im zweiten Literaturgespräch von Freundeskreis Flüchtlinge Lahr und dem Verein Ortenauer Kulturforum am Samstag, 7. Februar 2026, im Don Bosco-Zentrum im Lahrer Westen war damit der Rahmen für die Diskussion abgesteckt.


Titelfoto: privat

Menschen mit türkischer, ukrainischer, russischer und deutscher Herkunft sprechen gemeinsam über das Thema Exil.


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Ein politischer Integrationsrat für Lahr ist eine Notwendigkeit

In der Sitzung des Gemeinderats am Montag, 26. Januar 2026, 17 Uhr, im Rathaus II legt die Lahrer Stadtverwaltung dem Gemeinderat eine Beschlussvorlage zum Interkulturellen Beirat vor. Er soll laut der Vorlage mit den Rechten nach dem Partizipations- und Integrationsgesetzes des Landes Baden-Württemberg ausgestattet werden. Zum Thema gibt es auch ein Positionspapier des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr, das die Notwendigkeit eines solchen Rede-, Anhörungs- und Antragsrechts des Beirats im Gemeinderat untermauert. Das Papier ist den demokratischen Fraktionen im Gemeinderat zugeleitet worden.

Darüber hinaus hätten die Stadträtinnen und -räte aufgrund eigener Anschauung selbst erleben können, wie wichtig die Ausstattung des Beirats mit diesem politischem Handwerkszeug sei, so der Freundeskreis. Als Beispiel führt er die Ausländerbehörde an. Erst aufgrund einer Initiative aus den Reihen des Beirats im Sommer 2025 sei deutlich geworden, wie schlecht die Behörde dastehe und wie wichtig strukturelle Veränderungen seien. Diese notwendigen Veränderungen gebe es nun, dank des Beirats. Deshalb und wegen der Argumente im Positionspapier bittet der Freundeskreis die Fraktionen um Zustimmung. Die wird es aber vorerst nicht geben, weil der Tagesordnungspunkt verschoben worden ist.


Titelfoto: Freundeskreis Flüchtlinge

Im ersten Obergeschoss des Rathauses II tagt der Interkulturelle Beirat im großen Sitzungssaal.


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