Archiv der Kategorie: Interview des Freundeskreises

„Die größte Sorge ist, dass wir alle uns Nicht mehr wiedersehen“

Mirav ist eine Kurdin aus Afrin. Dort tobt seit zweieinhalb Jahren der Krieg gegen die Kurden nach einem Großangriff der Türkei mit Hilfe der syrischen Opposition. An dem Krieg, der in Syrien Ende 2010 begann, beteiligen sich jetzt auch die Türkei und Russland. Mirav lebt mit ihren beiden Kindern seit vier Jahren in Deutschland. Sie kommt aus einer früher gutsituierten Familie, hat fünf Geschwister und zahlreiche Verwandte.

Sie und ihre Kinder sind die Einzigen, die es – nach langer und gefährlicher Flucht durch die Türkei – nach Europa geschafft haben. Ist sie glücklich? Kann man überhaupt in dieser Situation glücklich sein? In dem folgenden Interview spricht sie über das Schicksal ihrer Familie, das von Freunden und darüber, wie es ihr selbst angesichts deren Schicksale geht.


Titelfoto: privat

Das Foto zeigt eine „Straße“ in einem der drei großen Zeltlager für die kurdische Bevölkerung von Afrin. Zu sehen ist eine Malaktion für Kinder im September 2019, veranstaltet vom Kulturausschuss der kurdischen Lagerverwaltung. 2000 Kinder bemalten ein 500 Meter langes Tuch zum Thema „Ich habe das Recht zu leben!“


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„Der Corona-Virus hat das zunichte gemacht“

Eigentlich hätte am Samstag, 4. April 2020, im Stiftsschaffneikeller das gemeinsame Konzert von The Worlderers und Ballade, Straßbourg, stattfinden sollen. Noch Anfang März haben Bandleader Herbie Wickertsheim und die Mitglieder der Band in ihrem Proberaum im Gemeindehaus der evangelischen Christusgemeinde für diesen Auftritt geprobt und den Songs den letzten Schliff gegeben. Aber es kam anders – wegen der Corona-Krise.

Als das südliche Elsass zur Gefahrenzone erklärt wurde, zog Herbie Wickertsheim die Reißleine und sagte das Konzert ab. Einen Tag später galt das gesamte Elsass als Risikogebiet, die Grenze wurde geschlossen. Wie geht es nun weiter mit den beiden Flüchtlingsbands, die für ihr grenzüberschreitendes Projekt vom Eurodistrikt finanziell unterstützt werden? Herbie Wickertsheim beantwortet Fragen dazu.


Titelfoto: Freundeskreis Flüchtlinge Lahr

Bei den Worlderers gibt Bandleader Herbie Wickertsheim den Takt an, auf der Website beantwortet er Fragen zum Thema Corona und Musik.


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„Das Internationale Café hat zu meiner Integration beigetragen“

„Das Internationale Café hat zu meiner Integration beigetragen“, sagt Sana Ahmad Hussein Alyaaqubi, die dieses Projekt des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr über viele Jahre hinweg  geleitet hat. Diese Aufgabe hat sie jetzt abgegeben. Im Gespräch mit ihr hat Heimfried Furrer, einer der sechs Sprecher und Sprecherinnen des Freundeskreises erfahren, dass mit diesem Schritt Sanas Engagement für geflüchtete Menschen keineswegs endet.

Sana, du bist eine der eifrigsten Betreuerinnen von Flüchtlingen in Lahr und vielleicht diejenige, die diese Arbeit schon am längsten macht. Im Freundeskreis Flüchtlinge bist du für alle ein Vorbild, und viele von uns bitten Dich um Rat und Hilfe. Dein Name ist auch untrennbar verbunden mit dem Internationalen Café, das du ins Leben gerufen hast und das jeden Monat Menschen aus verschiedenen Nationen zusammengebracht hat. Nun hörst du auf und gibst das Café in andere Hände ab. Warum eigentlich?

Sana: Ich wollte ganz einfach mehr Zeit haben – für mich, aber hauptsächlich für meine Familie. Es gibt so viele Ehrenamtliche, die beim Internationalen Café mitmachen; da kann auch einmal jemand anderes die Treffen organisieren. Und ich selbst werde weiterhin als Gast, aber auch, wenn nötig, als Helferin dabei sein.


Titelfoto: Freundeskreis Flüchtlinge Lahr

Sana Ahmad Hussein Alyaaqubi an ihrem Arbeitsplatz im Begegnungshaus auf dem Urteilsplatz.


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„Das Bedürfnis nach gegenseitigem Austausch ist gross“

Das Bedürfnis nach gegenseitigem Austausch ist gross. Das ist ein  Fazit des Kommunalen Flüchtlingsdialogs. Dazu hatte die Stadt Lahr Mitte Februar eingeladen. Sein Ziel: Menschen mit und ohne Migrationshintergrund sollten miteinanderim Rahmen von Workshops ins Gespräch kommen. Sophia Stappel von der städtischen Ansprechstelle Flüchtlingsfragen hat die Veranstaltung organisiert. Der Freundeskreis Flüchtlinge Lahr hat bei ihr nachgefragt: Was hat’s gebracht?
Spannendste Frage zuerst: War die Veranstaltung ein Erfolg und woran kannst Du ihn festmachen?

Sophia Stappel: In meinen Augen war die Veranstaltung ein Erfolg. Ziel war es ja, möglichst viele unterschiedliche Akteure, die mit Geflüchteten direkt oder indirekt zu tun haben und Interessierte zusammenzubringen, persönliche Begegnungen zu ermöglichen und einen Austausch über zentrale Themen und Herausforderungen anzuregen. Es haben rund 150 Menschen mit und ohne Fluchterfahrung an dem Dialog teilgenommen. Das waren viel mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer, als wir erwartet hatten. Außerdem kamen etwa 40 Menschen mit aktueller Fluchtgeschichte, die zum Teil noch in Gemeinschaftsunterkünften, zum Teil aber auch schon in eigenen Wohnungen leben. Das hat gezeigt, dass das Bedürfnis nach Austausch groß ist.


Titelfoto: privat

Sophia Stappel am Mikrophon beim Kommunalen Flüchtlingsdialog im Max-Planck-Gymanasium.


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„Mich bewegt die Dankbarbeit der Flüchtlinge“

„Mich bewegt die Dankbarbeit der Flüchtlinge“, sagen die Tierärztin Stephanie Kempchen, Günter Endres, der pensionierte Lehrer, und der Abteilungsleiter David Schaller unisono. Sie sind nicht nur Mitglieder im fünfköpfigen Sprecherteam des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr, der die Arbeit der Flüchtlingshelfer koordiniert. Sie sind auch in vorderster Front mit dabei, wenn es darum geht, Neuankömmlingen in der Stadt eine erste Orientierung zu geben und sie auch darüber hinaus im Alltag zu begleiten. Im großen Interview des Freundeskreises sprechen sie über ihre Erfahrungen im zurückliegenden Jahr.

 

Vor einem Jahr haben die Helfer angesichts der großen Zahl von Flüchtlingen kaum das Nötigste leisten können. Sie waren ziemlich gefordert. Wie ist die Situation heute?

Steffi:  Vor gut einem Jahr sind die Ortenau- und die IBG-Halle zusätzlich mit Flüchtlingen belegt worden. Da hatten wir wirklich alle Hände voll zu tun. Inzwischen sind es auch in Lahr weniger Flüchtlinge geworden, aber die Arbeit ist gleich geblieben. Sie hat sich nur verlagert. Damals haben wir den Migranten gezeigt, wo sie günstig Kleider und Lebensmittel einkaufen können, heute zeigen wir ihnen, wie sie an einen Job oder eine Wohnung kommen. Inzwischen gibt es auch mehr hauptamtliche Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter des Migrationsamts, da können die Ehrenamtlichen viel individueller helfen.


Titelfoto: Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Die Mitglieder des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr heißen Asylbewerber willkommen, um ihnen schnellstmöglich die Regeln zu vermitteln, wie man sich besten verhält und somit am einfachsten integriert.


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