Fahrräder für Geflüchtete

Geflüchtete mit Fahrrädern auszustatten und dadurch mobiler zu machen, ist das Ziel des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr. Im Café international im interkulturellen Garten hatten türkische Flüchtlinge den Wunsch geäußert, sich ehrenamtlich engagieren zu wollen. Als zwei von ihnen signalisierten, Fahrräder reparieren zu können, war das Fahrrad-Projekt geboren.

Anfang Juni 2022 war die Lahrer Öffentlichkeit zum ersten Mal dazu aufgerufen worden, gebrauchte Fahrräder zu spenden. Knapp 50 Räder waren damals zusammen gekommen. Sie wurden auf dem Grundstück in der Gutleutstraße 7 gelagert. Überprüft und repariert wurden sie auf dem benachbarten Areal, in der Werkstatt des Schlachthofs Jugend & Kultur, Dreyspringstraße 16.

Vier Wochen später wurden gut 40 fahrtüchtige Fahrräder an Geflüchtete übergeben. Binnen einer guten Stunde, hatten alle Räder neue Besitzer gefunden. Die Fahrräder gab es allerdings nicht kostenlos. Je nach Alter und Qualität wurden für sie 10, 15, 20 oder maximal 25 Euro verlangt. Kinderräder sind kostenlos. Von dem erwirtschafteten Geld werden Werkzeuge und Ersatzteile angeschafft. Was an Geld übrig bleibt, wird dem Freundeskreis Flüchtlinge Lahr gespendet.

Geflüchtete sind froh, günstig an ein gebrauchtes Fahrrad zu kommen. – Foto: Freundeskreis Flüchtlinge Lahr

Mit dieser großen Resonanz auf die Aktion des Freundeskreises hatte niemand gerechnet. Deshalb ging das Fahrrad-Projekt weiter mit der Fahrrad-Werkstatt im Schlachthof. Die Aktion endete Anfang September 2022. Das hatte zwei Gründe. Zum einen schien der Bedarf an Fahrrädern in der Zielgruppe weitgehend gedeckt. Die Zahl der Interessenten an einem fahrbaren Untersatz, darunter vor allem Ukrainer, Türken und Syrer, nahm spürbar ab. Zum anderen begannen für die Flüchtlinge, die ehrenamtlich bei diesem Projekt mitgewirkt haben, im Laufe des Monats September die Sprachkurse. Weil die Kurse halbtags und sogar in Freiburg oder Offenburg besucht werden und anschließend noch die Hausaufgaben zu erledigen sind, blieb den Deutsch-Schülern aus der Türkei nicht mehr sehr viel Zeit für ehrenamtliches Engagement.

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