The Worlderers sind eine Flüchtlingsband. Ziel dieses Projekts ist es, Geflüchteten die Möglichkeit zu geben, in der Öffentlichkeit bei der einen oder anderen Veranstaltung die Musik ihrer Heimat zu präsentieren, dadurch ihr Selbstbewusstsein zu stärken und somit ihre Integration zu fördern. „Und eine Art von Deutschunterricht ist es auch“, sagt der ehemalige Musiklehrer und Bandleader Herbie Wickertsheim, der das Projekt mit Unterstützung des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr im Jahr 2016 ins Leben gerufen hat.

Einige der Geflüchteten hatten in ihrem Land schon Musik gemacht und brachten zum Teil sogar ihre Instrumente mit wie zum Beispiel Kamal aus Syrien, der wunderschön auf seiner SazTambour improvisiert. Das Ehepaar Nirov und Mesud hat Videos aus Aleppo gezeigt, wo sie aufgetreten sind und viele Leute ihnen zugejubelt haben. Yaya aus Gambia konnte schon Gitarre spielen und hat damals Spraga in die Band gebracht, der auf einer afrikanischen Harfe namens Kora gezaubert hat.
Im Laufe der Jahre war es ein Kommen und Gehen unter den Musikern. Tahere aus dem Iran wurde am Keyboard zur wichtigen Leaderin. Thomas, ein ehemaliger Schüler von Herbie hat die Gruppe am Schlagzeug begleitet und ist auch heute noch dabei. Schwierig war es immer, einen Proberaum zu finden, wo sich die Band wöchentlich treffen konnte.

Der Eurodistrikt Alsace/Baden bescherte den Musikern eine Bandfreundschaft mit der Strasbourger Musikgruppe Ballade, mit der die Worlderers mehrere gemeinsam Auftritte beiderseits des Rheins hatten.
Eine Familie aus den Philippinen, Analie und ihre Söhne, bereicherte schließlich das vielfältige Repertoire der Band. Und als geflüchtete Ukrainer in die Region kamen, wurde die Musik der Gruppe anspruchsvoller. Bandura und Violinen gesellten sich dazu und es war eine anspruchsvolle Aufgabe, all diese verschiedenen Stile und Ansprüche miteinander zu kombinieren.
Viele Auftritte in Lahr, Seelbach, Herbolzheim, Offenburg, Kehl, Emmendingen folgten und die Technik und auch der Gesang wurden immer besser. Inzwischen hat die Band einen Proberaum in der evangelischen Kirche Seelbach. Pfarrerin Anke Doleschal und der Rotaryclub Lahr unterstützen die Worlderers.
Aktuell besteht die Band aus 13 Mitgliedern: Tahere, Nirov, Mesud, Kamal, Katya, Nika, Illia, Thomas, Analie, Joaquin, Dima und Shervin sowie Bandopa Herbie.
Interviews mit Bandmitgliedern
Herbie Wickertsheim, der Leiter der Flüchtlingsband The Worlderers, hat mit einigen seiner Bandmitglieder Interviews geführt. Darin geht es um die Biographie der Geflüchteten, über ihre Flucht, ihr Leben und ihre Integration in Deutschland und vor allem um ein Thema, die Musik natürlich. Interviews gibt es mit Yaya, Kamal, Tahere, Nirov und Mesud.

Herbie Wickertsheim – zur Person
Die Musik ist Herbie Wickertsheim gewissermaßen in die Wiege gelegt worden. Beide Eltern waren Musiker. Bereits mit vier Jahren stellten sie den jungen Herbie mit der Mundharmonika auf die Bühne. Im musischen Gymnasium hatte er Klarinettenunterricht. Alle anderen Instrumente – Saxpohon, Trompete, Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboard, Tenorflöte, Dudelsack und Didgeridoo – hat er sich selbst beigebracht. Als Musiklehrer war er an Förderschulen in der Ortenau tätig. Er spielte in verschiedenen Bands und tritt seit 1973 zusammen mit seiner Frau Trudy als Duo Hot & Sweet auf.
Kontakt zum Projektleiter
- E-Mail: herbiewickertsheim@t-online.de
- mobil bzw. WhatsApp: 0151 / 28049756

The Worlderers in SWR4
Im Dezember 2019 hat der Radiosender SWR4 über das gemeinsame Projekt von Worlderers und Ballade berichtet:
Hörproben auf YouTube
Wer noch mehr von den Worlderers hören will, ruft den Kanal der Band auf YouTube auf.
Preise und Fördergelder
- 2017 sind Herbie Wickertsheim und seine Flüchtlingsband mit dem Ortenauer Integrationspreis ausgezeichnet worden.
- 2019 bekamen die Worlderers 2500 Euro vom Eurodistrikt für ein grenzüberschreitendes Projekt mit der Gruppe Ballade aus Straßburg.
- 2020: In einem Brief vom Euro-Distrikt sind den Worlderers weitere 2500 Euro für das Projekt mit der Flüchtlingsband Ballade zugesagt worden.
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