Neue Infostelle der Ausländerbehörde soll die Situation verbessern

Die Lahrer Stadtverwaltung, die Sprecherinnen des Interkulturellen Beirats und das Sprecherteam des Freundeskreises Flüchtlinge haben sich in konstruktiven Gesprächen über die Arbeitssituation in der Lahrer Ausländerbehörde ausgetauscht und vereinbart, miteinander im Dialog zu bleiben, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt Lahr von Ende Dezember 2025.

Im Sommer des Jahres, nach Klagen von vielen Migranten, war die Kritik an der Ausländerbehörde öffentlich geworden – zunächst in der Gemeinderatssitzung im Juli. Die Lahrer Lokalzeitungen berichteten und kommentierten ausführlich. Kritik kam auch von Seiten des Interkulturellen Beirats und des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr. Die Stoßrichtung war klar: Es muss sich personell und vor allen Dingen auch strukturell etwas ändern.


Titelfoto: Freundeskreis Flüchtlinge

Die neue Infostelle der Lahrer Ausländerbehörde befindet sich in der Schillerstraße 16. Auch die Stelle für Asylangelegenheiten ist vom Jahr 2026 an dort.


In den Gesprächen mit Beirat und Freundeskreis habe die Verwaltung aufgezeigt, welche Maßnahmen und strukturellen Anpassungen schon vor den öffentlichen Debatten um die Situation in der Ausländerbehörde geplant waren und nun zeitnah umgesetzt werden sollen, so die Pressemitteilung. Die Sprecherinnen des Interkulturellen Beirats und das Sprecherteam des Freundeskreises Flüchtlinge hätten verdeutlicht, dass es ihnen zu keinem Zeitpunkt darum gegangen sei, die Arbeit des Personals in der Ausländerbehörde zu kritisieren.

Im Gegenteil: Ihr Anliegen sei immer gewesen, die Rahmenbedingungen so zu verbessern, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Anliegen der Menschen, die sich an die Ausländerbehörde wenden, umfassend und zeitnah entsprechen können. Stadtverwaltung, Beirat und Freundeskreis hätten damit letztlich das gleiche Ziel und wollen dafür Veränderungen anstoßen, heißt es in der Pressemitteilung. Und weiter: „Alle legen großen Wert darauf, das gute Miteinander fortzusetzen und die Situation langfristig für alle Beteiligten zu verbessern“, bilanziert Lahrs Erster Bürgermeister Guido Schöneboom.

Die Lahrer Ausländerbehörde auf dem Rathausplatz hat nun eine Außenstelle in der Schillerstraße. – Fotos: Freundeskreis Flüchtlinge

Die Ausländerbehörde wird ab Mittwoch, 7. Januar 2026, in der Schillerstraße 16 eine Infostelle zu den üblichen Öffnungszeiten der Stadtverwaltung einrichten. Ähnlich wie an der Infotheke im Bürgerbüro sollen dort in ausländerrechtlichen Angelegenheiten Kurzkontakte möglich sein – etwa für die Abgabe von Unterlagen oder zur Erteilung einfacher Auskünfte. Die Verwaltung erhofft sich dadurch eine leichtere Erreichbarkeit und besseren Service, weist aber darauf hin, dass es sich lediglich um eine Erstanlaufstelle handelt. Für komplexere Anliegen ist weiterhin eine Terminvereinbarung erforderlich.

Die Stelle für Asylangelegenheiten wird zeitgleich in die Schillerstraße 16 umziehen, sodass die Besucherströme entzerrt werden. Alle weiteren Beratungen finden weiterhin im Nordflügel des Rathauses statt. Außerdem arbeite die Stadtverwaltung aktuell daran, das digitale Dienstleistungsangebot der Ausländerbehörde auszubauen. Es würden zeitnah neue Online-Services über die städtische Website zur Verfügung gestellt. „Die Stadt wird hierzu nochmals separat informieren“, so die Mitteilung.

Schon in den vergangenen Jahren habe es in der Ausländerbehörde Personalaufstockungen und strukturelle Veränderungen gegeben. Angesichts der Aufgaben, die der Stadt Lahr in der Ausländer- und Asylsachbearbeitung übertragen wurden, sei es in den vergangenen Jahren notwendig gewesen, das Personal von 2,5 Stellen im Jahr 2011 auf aktuell 13,75 Vollzeitstellen mehr als zu verfünffachen. Im Juli 2025 hat der Gemeinderat beschlossen, im Stellenplan 2026 eine weitere Stelle für die Ausländerbehörde zu schaffen.

Die Ausländerbehörde ist – wie bisher schon – im Nordflügel des Rathauses auf dem Marktplatz zu finden.

Dennoch bittet die Verwaltung um Verständnis dafür, dass es weiterhin zu Wartezeiten bei der Bearbeitung von Anliegen kommen könne. „Von mehrfachen Sachstandsanfragen, die zusätzlich Kapazitäten binden, werde gebeten, auch an der offenen Anlaufstelle nach Möglichkeit abzusehen“, heißt es.

Was ändert sich?

  • Die Ausländerbehörde richtet ab Mittwoch, 7. Januar 2026, in der Schillerstraße 16 eine Infostelle zu den üblichen Öffnungszeiten der Stadtverwaltung ein.
  • Die Stelle für Asylangelegenheiten wird zeitgleich in die Schillerstraße 16 umziehen, sodass die Besucherströme entzerrt werden.
  • Außerdem arbeitet die Stadtverwaltung aktuell daran, das digitale Dienstleistungsangebot der Ausländerbehörde auf der städtischen Website auszubauen.

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