Integration in Lahr heisst das gemeinsame Projekt

Integration in Lahr heißt das gemeinsame Projekt. Was es damit auf sich hat, soll an dieser Stelle erzählt werden. Es ist eine Geschichte, die im vergangenen in der Adventszeit begonnen hat, jetzt im Sommer 2018 Fahrt aufnimmt und im nächsten Jahr mit einer öffentlichen Präsentation abgeschlossen werden soll.

Wenn Peter Wirth, der stellvertretende Vorsitzende des Lahrer Film- und Videoclubs, an der Exkursion des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr zum Weihnachtsmarkt nach Obernai teilnimmt und er und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer ins Gespräch kommen, kann das nicht ohne Folgen bleiben. Die Folge ist die Idee für eine Kooperation, für ein gemeinsames Projekt. Dabei kann es natürlich nur um Film und Flüchtlinge gehen.


Titelfoto: Film- und Videoclub

Mitglieder des Film- und Videoclubs arbeiten an einer der Produktionen, für die sie immer wieder Preise einheimsen.


Arbeitskreis treibt das Projekt voran

Im neuen Jahr ist das Thema im Plenum des Freundeskreises aufgegriffen und für gut befunden worden. Ein kleiner Arbeitskreis wurde gegründet, der das Projekt mit dem Arbeitstitel Integration in Lahr vorantreiben soll. Dem Arbeitskreis gehören neben Peter Wirth unter anderem Günter Endres, Dorothea Hertenstein, Gerhard Daum, Evelyne Bayer, Ali Rahman und Klaus Schweizer für den Freundeskreis an.

Sobald der Film gedreht und geschnitten worden ist, soll er der Öffentlichkeit in Lahr vorgestellt werden. Weil es bei dem Streifen um das Thema Integration geht – mal gelungen, mal misslungen – soll sich im Anschluss an die Präsentation des Films eine Podiumsdiskussion mit der Frage beschäftigen, wie die Eingliederung der Geflüchteten in Lahr besser gelingen kann.

 


Video: Film- und Videoclub in Aktion

Der kleine Videoausschnitt zeigt Peter Wirth und weitere Mitglieder des Film- und Videoclubs bei Filmarbeiten in Ettenheim.


Darstellung von Problemen und Chancen

„Der Film- und Video Club möchte zusammen mit dem Freundeskreis Flüchtlinge einen Beitrag zum Thema Flüchtlinge und Integration leisten“, sagt Peter Wirth zu dem Projekt. Zur Darstellung der Probleme und Chancen der Geflüchteten eignen sich audiovisuelle Medien in besonderem Maße, so der Film- und Videoclub. Und weiter: „Diese Darstellung soll nicht allgemein und abstrakt daherkommen, sondern konkrete Menschen und konkrete Orte detailliert darstellen, eben die Situation in Lahr. Wir hoffen, mit diesem geplanten Beitrag einen Baustein zur Versachlichung der Flüchtlingsproblematik beisteuern zu können.“

Im gemeinsamen Arbeitskreis von Filmclub und Freundeskreis ging es entsprechend um die Frage, welches die Botschaft des Films ist. Schnell war klar, dass der Streifen einen positiven Tenor bekommen soll. Er soll anhand eines Geflüchteten aufzeigen, dass Integration gelingen kann. Dieser Aspekt soll sich durch den ganzen Film ziehen – der rote Faden der Handlung gewissermaßen.

Um junge Menschen wie auf dem Bild geht es in dem Dokumentarfilm. – Foto: Freundeskreis Flüchtlinge Lahr

 

Keine Schönfärberei

Mitglieder im Arbeitskreis warnten allerdings davor, die Situation Geflüchteter schön zu färben. Es müsse auch zur Sprache kommen, dass eine Integration nicht immer gelingt. Peter Wirth griff diesen Gedanken dankbar auf, weil dieser Aspekt den Film glaubwürdiger mache. Deshalb sollen dem positiven Beispiel für eine Integration erfolglose Fälle gegenübergestellt werden.

Der Freundeskreis hatte für den roten Faden des Films drei mögliche Kandidaten vorgeschlagen, die Peter Wirth unter die Lupe nahm: junge Männer, in einem Fall mit Familie. Sie kommen aus Syrien und Gambia. „Das sind dufte Leute, die alle gut Deutsch sprechen“, hat Peter Wirth festgestellt. Alle drei haben eine Arbeit beziehungsweise machen eine Ausbildung.

Die Crew des Lahrer Film- und Videoclubs bei einer ihrer Filmproduktionen. – Foto: Film- und Videoclub

 

Bald geht es an das Konzept

Jetzt ist der Arbeitskreis noch auf der Suche nach Geflüchteten, deren Integration aus den unterschiedlichsten Gründen zu scheitern droht. Sobald die gefunden sind und Peter Wirth mit ihnen gesprochen hat, folgt der nächste Schritt: Der Mann vom Film spricht vom Drehbuch, das dann zu erstellen sei, sobald die Protagonisten des Streifens feststehen. Weil Drehbuch nach einer sehr schwierigen Aufgabe klingt, sprechen die Mitglieder des Freundeskreises lieber von einem Konzept.

„Die geplante Dokumentation ist die Grundlage einer weiteren Diskussion mit den Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung“, beschreibt Peter Wirth eine weitere Absicht des Films. Konkret denkt der Arbeitskreis an eine Podiumsdiskussion, die der Frage nachgeht, wie ein Scheitern der Integration verhindert werden kann.

Filmset im Freien – Foto: Film- und Videoclub

 

Premiere erst im nächsten Jahr

Wann der Film seine Premiere hat? Die Frage ist nicht leicht zu beantworten, weil sein Entstehen von vielen unvorhersehbaren Faktoren abhängt. Eines ist aber klar: In diesem Jahr wird das auf keinen Fall mehr sein.

Der Film entsteht, weil sich Menschen ehrenamtlich engagieren, die Ausrüstung, um ihn zu drehen, ist vorhanden. Gleichwohl entstehen Kosten für die Miete des Veranstaltungsraums zum Beispiel oder für die Bewerbung der Premiere in einem öffentlichen Veranstaltungsraum. Deshalb sind Spenden willkommen.

Spenden und weitere Informationen

Wer Geld für dieses Projekt geben möchte, kann sich hier über die Spendenkonten des Freundeskreises informieren.

Weitere Informationen zum Film- und Videocub, der für seine Produktionen schon so manchen Preis bekommen hat, gibt es hier.