Geschichten mit einem Happy-End zeichnen sich oft dadurch aus, dass man am Ende des Tunnels Licht sieht. Viola de Galgóczy erzählt eine Geschichte, die sich dadurch auszeichnet, dass am Ende des Tunnels kein Licht zu sehen ist. Und weil das, was sie erzählen will, auf der Website des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr erscheint, geht es natürlich um einen Geflüchteten, ganz konkret um einen jungen Mann, der in seinem Heimatland Äthiopien um Leib und Leben fürchten musste und der deshalb anonym bleiben will.
Der Mann, nennen wir ihn einfach M., war in jeder Hinsicht ein mustergültiger Flüchtling, mit Eigenschaften, die man üblicherweise – und unberechtigterweise – im Ausland den Deutschen zuschreibt. Kurzum: Er war deutscher als jeder Deutsche. Er hatte die besten Voraussetzungen, sich in diesem Land zu integrieren, mitgebracht und er hat sich innerhalb von sieben Jahren tatsächlich mustergültig in diese Gesellschaft eingelebt. Er lag niemandem auf der Tasche, hat sogar sein Scherflein zur Steigerung des Bruttosozialprodukts beigetragen. Und dann kam der Abschiebungsbescheid für den Familienvater. Viola de Galgóczy ist nur noch fassungslos:
Titelfoto: Tim Reckmann / pixelio.de
Ein Geflüchteter aus Äthiopien hat sich während seines siebenjährigen Aufenthalts in Deutschland mustergültig integriert, jetzt soll er abgeschoben werden.
Viola de Galgóczy: Ich bin bestürzt über den Abschiebungsbescheid weiterlesen