Die Ausstellung lebt im Internet weiter

Die Sonderausstellung des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr unter dem Titel „Unbekannte Mitbürger – Leben und Alltag von Geflüchteten in Lahr“ ist Geschichte. Sie war vom 22. September bis 10. November 2019 im Stadtmuseum zu sehen. Knapp 2000 Menschen haben die ehemalige Tonofenfabrik in den sechs Wochen besucht. Zusätzlich zum Rahmenprogramm hat es für Schulklassen Sonderführungen gegeben. Der Freundeskreis ist mit dem Ergebnis der Ausstellung zufrieden, wenn auch nicht immer alles rund gelaufen ist.

Die Mitglieder des Ausstellungs-Teams – Evelyne Bayer, Heimfried Furrer, Cosima Lipps, Günter Endres und Ali Rahman – haben in der Woche nach Ende der Ausstellung die Exponate, die ihnen beziehungsweise Geflüchteten gehören, abgeräumt und die Ausstellungsräume im zweiten Obergeschoss des Museums besenrein hinterlassen. Damit ist es aber noch nicht vorbei mit der Ausstellung, die dazu beitragen sollte, Vorurteile gegenüber von Geflüchteten abzubauen. Aus dem Material der Ausstellung soll eine Online-Präsentation entstehen. Zudem war der Vorschlag einer Broschüre in einer der Versammlungen des Freundeskreises geäußert worden.


Titelfoto: Freundeskreis Flüchtlinge Lahr

Sonderausstellung im Stadtmuseum: Die Geruchsstation mit den exotischen Gewürzen lässt sich nicht ohne weiteres online präsentieren.


Das Ausstellungs-Team hatte in seiner ersten Sitzung nach der Sonderausstellung all die Fragen abgeklärt, die im Hinblick auf die Veröffentlichung einer Broschüre notwendig sind. Wichtigste Frage dabei ist: Gibt es einen Bedarf für eine solche Publikation, gibt es genügend Abnehmer. Nächste Frage: Findet der Freundeskreis einen Layouter beziehungsweise Drucker, der die Publikation zu einem Freundschaftspreis herstellt. Und schließlich: Gibt es einen Sponsoren, der diese Kosten übernimmt.

Die entstehen auf jeden Fall nicht bei der Online-Präsentation auf der eigenen Website. Deshalb hatte das Ausstellungs-Team schon einmal grünes Licht gegeben für die Veröffentlichung des Ausstellungs-Materials im Internet. Das muss allerdings teilweise erst noch zusammengetragen werden. Die Rede ist von Texten, Fotos, Grafiken, Video- und Audiodateien. In einem nächsten Schritt müssen die Dateien überarbeitet werden. Denn nicht alle Elemente der Ausstellung eignen sich für eine analoge und digitale Veröffentlichung. Sie müssen entsprechend angepasst werden.

In der Ausstellung ist auch die Situation für die Geflüchteten in einem Wohncontainer simuliert worden. – Foto: Freundeskreis Flüchtlinge Lahr

Inzwischen haben die Arbeiten an der Online-Präsentation begonnen. Unter dem Menüpunkt Dokumentieren ist schon einmal das Baustellenschild aufgestellt worden. Auf zwei, drei Seiten lässt sich bereits erahnen, wie die Dokumentation aussehen könnte. Die Arbeit an der Online-Präsentation kann sich allerdings hinziehen, weil das Büro Graffiti-Design die Grafiken der Ausstellung einzeln in Formate umwandeln muss, mit denen man auf der Website arbeiten kann. Das passiert nur dann, wenn der Grafiker zwischendurch mal ein bisschen Zeit hat.

In der jüngsten Sitzung des Freundeskreises Mitte Januar ist vor allem die Notwendigkeit und die Frage der Finanzierung einer Broschüre diskutiert worden. Gerhard Daum schlug daraufhin einen Zwei-Stufen-Plan vor. Seiner Ansicht nach sollte zunächst die Online-Präsentation fertiggestellt werden, damit man einen Überblick über den Umfang des Materials bekommt. Danach könne man dann feststellen, was eine Broschüre kosten würde und entsprechende Entscheidungen fällen. Der Vorschlag wurde mit großer Mehrheit angenommen.

Auch eine Unterrichtseinheit soll entstehen

Weil auch ganze Schulklassen Interesse an der Sonderausstellung gezeigt hatten, ist der Arbeitskreis Sonderausstellung auf eine weitere Idee gekommen: Aus dem Material der Sonderausstellung soll auch eine Unterrichtseinheit entstehen, die multimedial, also ganz up-to-date, präsentiert werden kann. Das ist auch weiter kein Problem, schließlich sind drei der Mitglieder des Ausstellungs-Teams Lehrer im Ruhestand.