Das Grundschulprojekt entwickelt sich zur Schülerförderung

Die Versammlung des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr (FFL) vom 9. Juli 2026 hat sich unter anderem mit der Frage beschäftigt, wie es mit dem bisherigen Grundschulprojekt weitergehen soll – und ob überhaupt. Bislang hatte der Freundeskreis Migrantenkinder in Lahrer Grundschulen beim Erwerb der deutschen Sprache unterstützt – in den Fällen, in denen die Schulen um eine Unterstützung durch den Freundeskreis gebeten hatten.

Seit dem Schuljahr 2024/2025 hat die Landesregierung von Baden-Württemberg nun ein eigenes Sprachförderkonzept ins Leben gerufen, für Kinder in Kindergärten und Grundschulen. Die Versammlung hat sich entschieden, an diesem Konzept festzuhalten, dort wo es einen zusätzlichen Förderbedarf gibt, und die Förderung auch auf Jugendliche ausgeweitet. So wird aus dem Grundschulprojekt die Schülerförderung.


Titelfoto: Freundeskreis Flüchtlinge

Deborah Staniero (rechts) vertieft bei ihren Schützlingen im Rahmen des Grundschulprojekts die Deutschkenntnisse.


Seit dem Jahr 2017 unterstützt der Freundeskreis Flüchtlinge migrantische Schulkinder dabei, ihre sprachlichen Rückstände aufzuholen und den Anforderungen der Schule gerecht zu werden. Bisher beschränkte sich die Arbeit auf Grundschulkinder. Denn der Freundeskreis weiß: „Je früher die Kinder das erforderliche sprachliche Niveau erreichen, desto größer sind ihre Chancen, ihre schulische wie auch eine spätere berufliche Laufbahn erfolgreich zu gestalten.“

Die Helferinnen und Helfer, die für ihre Deutschnachhilfe eine Aufwandsentschädigung vom Freundeskreis erhalten, sind junge Erwachsene und Schülerinnen und Schüler der Oberstufe mit pädagogischem Interesse und mit Erfahrungen in der Betreuung von Kindern.

Künftig können auch Jugendliche in den Genuss einer Sprachförderung kommen. – Foto: pixabay.de

Finanziert wurde und wird dieses Projekt aus Spenden. Die kurze anfängliche Bezuschussung durch die Stadt Lahr wurde aus Kostengründen beendet. Eine große Hilfe war der Ehrenamtspreis des Ortenaukreises (erster Preis), der dem Freundeskreis für dieses Projekt im Jahr 2019 verliehen wurde.

Spät hat nun auch der Staat die Einsicht gewonnen, dass diese Förderung der zahlreichen Migrantenkinder an Grundschulen eine wichtige öffentliche Aufgabe ist. Das Förderprogramm gibt jetzt Schulen Mittel an die Hand, um dieser Aufgabe nachzukommen. Dadurch wurde die Not gelindert. Dennoch bleibt der FFL weiterhin im Grundschulbereich aktiv und hat nun auch Jugendliche in den Blick genommen.

Zum Hintergrund: Inzwischen besuchen auch immer mehr Jugendliche mit Migrations-Hintergrund die weiterführenden Schulen. Nach wie vor ist dabei die deutsche Sprache die schwierigste Hürde für ihren Schulerfolg. Dabei haben es etliche von ihnen mit großem Fleiß schon ans Gymnasium und auch in die dortige Oberstufe geschafft. Einige von ihnen werden bereits von Ehrenamtlichen aus dem Freundeskreis Flüchtlinge regelmäßig unterstützt.

Auch Marianne Perotto hat sich beim Grundschulprojekt engagiert. – Foto: Freundeskreis Flüchtlinge

Der Freundeskreis Flüchtlinge hat deshalb beschlossen, im Rahmen seiner personellen und finanziellen Möglichkeiten, das Projekt auf weitere Jugendliche auszudehnen, deren bisherige Schulleistungen andeuten, dass eine zusätzliche Unterstützung ihre Chancen verbessern wird.

Ein aktuelles Beispiel: Ein extrem fleißiges türkisches Mädchen hat es von der Vorbereitungsklasse mit dem Schwerpunkt Deutsch in den Regelunterricht der Realschule geschafft, wo sie gute bis sehr gute Schulleistungen erreichte und nun hofft, am Ende dieses Schuljahres mit dem zu erwartenden guten Abschlusszeugnis auf das Gymnasium zu wechseln. Sollte sie da Anfangsschwierigkeiten haben, werden die Ehrenamtlichen ihr zur Seite stehen. Bisher hat sie allerdings alles auch ohne externe Hilfe geschafft.