Heimfried Furrer zu Abschiebung: Bürokratie kann tödlich sein

Die gesetzliche Lage im Asylrecht und der Umgang von Behörden mit Geflüchteten steht wieder einmal im Mittelpunkt des Interesses. Heimfried Furrer nimmt sich dieses Themas an und berichtet über die schlimmen Erfahrungen eines Flüchtlingshelfers mit Bürokratie, angesichts derer Leserinnen und Leser dieser Website wahrscheinlich nur ungläubig den Kopf schütteln können.

Anlass für diese ganz persönliche Stellungnahme Furrers ist der Beitrag Ich bin bestürzt über diesen Abschiebungsbescheid vom 18. April 2021, den Viola de Galgóczy auf der Website des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr geschrieben hat. Die Lahrer Sängerin und und Autorin hatte sich darüber empört, dass ein Mann aus Äthiopien, der bei ihr lebt und sich in sieben Jahren in Deutschland voll integriert hat, einen Abschiebungsbescheid bekam. Daraufhin schrieb Heimfried Furrer, einer der Sprecher des Freundeskreises, diesen Beitrag als Reaktion darauf:


Titelfoto: Axel Hoffmann / pixelio.de

Geflüchtete haben auf ihrer Flucht viele Hindernisse überwunden, werden in Deutschland in die Obhut von Haupt- und Ehrenamtlichen genommen, integrieren sich – und werden dann abgeschoben.


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Viola de Galgóczy: Ich bin bestürzt über den Abschiebungsbescheid

Geschichten mit einem Happy-End zeichnen sich oft dadurch aus, dass man am Ende des Tunnels Licht sieht. Viola de Galgóczy erzählt eine Geschichte, die sich dadurch auszeichnet, dass am Ende des Tunnels kein Licht zu sehen ist. Und weil das, was sie erzählen will, auf der Website des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr erscheint, geht es natürlich um einen Geflüchteten, ganz konkret um einen jungen Mann, der in seinem Heimatland Äthiopien um Leib und Leben fürchten musste und der deshalb anonym bleiben will.

Der Mann, nennen wir ihn einfach M., war in jeder Hinsicht ein mustergültiger Flüchtling, mit Eigenschaften, die man üblicherweise – und unberechtigterweise – im Ausland den Deutschen zuschreibt. Kurzum: Er war deutscher als jeder Deutsche. Er hatte die besten Voraussetzungen, sich in diesem Land zu integrieren, mitgebracht und er hat sich innerhalb von sieben Jahren tatsächlich mustergültig in diese Gesellschaft eingelebt. Er lag niemandem auf der Tasche, hat sogar sein Scherflein zur Steigerung des Bruttosozialprodukts beigetragen. Und dann kam der Abschiebungsbescheid für den Familienvater. Viola de Galgóczy ist nur noch fassungslos:


Titelfoto: Tim Reckmann / pixelio.de

Ein Geflüchteter aus Äthiopien hat sich während seines siebenjährigen Aufenthalts in Deutschland mustergültig integriert, jetzt soll er abgeschoben werden.


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Schlagabtausch mit dem Landrat wegen WLAN

Flüchtlingshelferinnen und -helfer in der Ortenau fordern freies WLAN für Geflüchtete in den Übergangsunterkünften des Landkreises. In einem Schreiben an Landrat Frank Scherer vom 20. Februar 2021 – initiiert von Gabriella Balassa, Kirchenbezirksbeauftragte für Flucht und Migration – hatten zwölf Helferkreise dieses Anliegen unterstützt, darunter auch der Freundeskreis Flüchtlinge Lahr. Gleichzeitig sind Kreisrätinnen und -räte von Helfern persönlich über diese Initiative informiert worden. Der Aufruf der Helferkreise ist auch von den Lokalzeitungen in der Ortenau veröffentlicht worden.

Der Landrat hat das Ansinnen der Helferkreise mit Schreiben vom 25. Februar 2021 abgelehnt. Seine Begründung: Eine Gewährung von freiem WLAN in den Einrichtungen der vorläufigen Unterbringung sei nicht zulässig. Er begründet das damit, dass in den Regelsätzen für Geflüchtete Leistungen für Telefon und Internet enthalten seien. Zudem habe das Land Baden-Württemberg die Erstattung von Aufwendungen für WLAN abgelehnt. Dieser Argumentation sind die Helferkreise in einem Schreiben an den Landrat vom 15. März 2021 entgegen getreten. Auf vier Seiten und in sechs Punkten legen sie ihre Sicht der Dinge im Detail dar.


Titelfoto: pixabay.de

Flüchtlingshelferinnen und -helfer wollen freies WLAN in den Übergangsunterkünften, der Landrat ist dagegen.


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Eine risikoreiche Hilfsaktion endet mit einem großen Erfolg

Am Ende ist alles gut gegangen. Die 14-jährige Kurdin Alia ist erfolgreich an den Augen operiert worden. Eines ihrer Augen war bei einem Bombenangriff irreparabel verletzt worden, das andere drohte seine Sehkraft zu verlieren. Nur eine Operation konnte ihr Augenlicht retten. Der Eingriff von vier Fachärzten in Aleppo war in jeder Hinsicht ein Kraftakt. In Lahr gab es viele Unwägbarkeiten, im kriegsgeschüttelten Syren ungleich mehr.

Allen voran hat sich Mirav Sido dafür engagiert, dass die junge Alia wieder Hoffnung haben kann. Die nach Deutschland geflohene Kurdin ist eine der Sprecherinnen des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr und engagiert sich für andere Geflüchtete. Sie ist die Initiatorin der Spendenaktion. Dabei unterstützt wurde sie von Heimfried Furrer, ebenfalls ein Sprecher des Freundeskreises und von Klaus Schweizer, der im Freundeskreis für die Öffentlichkeirarbeit zuständig ist. Heimfried Furrer hat die Aktion protokolliert. Dabei geht es ihm nicht nur um die nackten Fakten, sondern auch um die Emotionen all der Menschen, die bei der Aktion involviert waren:


Titelfoto: Michael Bührke / pixelio.de

Mirav Sido vom Freundeskreis Flüchtlinge Lahr hat für die 14-jährige Alia eine Operation organisiert.


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Die Vertretung der Migranten in der Stadt

Der Interkulturelle Beirat der Stadt Lahr hat zuletzt am Donnerstag, 26. November, in der Mehrzweckhalle im Bürgerpark getagt. Zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus im Mai 2021 sollten Ideen gesammelt werden. Außerdem ging es um die Steigerung der Wahlbeteiligung und politischen Mitwirkung von Migrantinnen und Migranten – auch mit Blick auf die Landtags- und Bundestagswahlen in diesem Jahr. Denn der Beirat ist die Interessenvertretung der Migranten in der Stadt.

Günter Endres vom Freundeskreis Flüchtlinge Lahr war von Anfang an dabei, als es um das Leitbild für das Miteinanderleben in Lahr und die Gründung des Interkulturellen Beirats ging. Endres erzählt in diesem Beitrag von den Anfängen und gibt eine Einschätzung über die Arbeit des Gremiums heute. Die Stadt hat Günter Endres im Januar 2019 mit der Verdienstmedaille ausgezeichnet. Gewürdigt wurde damit sein langjähriges Engagement für Migranten.


Foto: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Bunt zusammengewürfelt ist der Interkulturelle Beirat, der mehr als 30 Mitglieder zählt.


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