„Rassismus hat in unserer Stadt keinen Platz“

Der Freundeskreis Flüchtlinge Lahr ist entsetzt über die Bluttaten von Hanau. In Hanau ist ein Verbrechen passiert, das in die Reihe rechter Gewalttaten in unserem Land gehört, sagt der Freundeskreis in seiner Stellungnahme. Der Mörder habe seine Tat, bei der neun Menschen ihr Leben verloren haben, rassistisch begründet.

„Er hing einer Rassenlehre an, die Menschen aus anderen Ländern für minderwertig hält und ihnen sogar das Lebensrecht abspricht. Die Bezeichnung als „Einzeltäter“ soll darüber hinwegtäuschen, dass seine Gedankenwelt durch die Verlautbarungen der xenophoben Hetzer und braunen Rassisten beeinflusst wurde. Seine Gedanken sind von rechtsradikalen, fremdenfeindlichen Äußerungen beeinflusst“, heißt es beim Freundeskreis.


Titelfoto: Berthold Bronisz / pixelio.de

Der Freundeskreis Flüchtlinge Lahr appelliert an den Bürger, den Anfängen des Rassismus zu wehren.


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Ein Projekt von unschätzbarem Wert

Das Grundschulprojekt des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr ist derzeit das Aushängeschild der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in Lahr. Seit Ostern 2019 läuft es nun schon und erreicht inzwischen neun Schulen und 15 Schülerinnen und Schüler der Klassen eins bis drei. Die Resonanz aus den Schulen ist überschwänglich. Ein guter Grund also, sich einmal hautnah anzuschauen, wie dieses Projekt funktioniert.

Konferenz der Lehrer. Gemütlich geht es hier zu, die Anwesenden machen es sich auf den Polstersesseln und Sofas bequem, auf dem Tisch stehen neben Wasser und Säften Sesambrezeln, Erdnüsse und Grissini zum Verzehr bereit. Auch sonst ist diese abendliche Konferenz anders als alle anderen. Die Lehrkräfte – Frauen und Männer – sind zwischen 16 und 74 Jahre alt. Auf mehr als sieben Jahrzehnte bringt es Marianne Perotto. Als sie noch berufstätig war, arbeitete sie als Musiklehrerin und als Leiterin der Schülerhilfe in Kippenheimweiler. „Richtige“ Lehrer sind die wenigsten der Anwesenden, sie warten aber mit verschiedenen pädagogischen Erfahrungen auf. Und sie haben alle das gleiche Ziel: Sie wollen Lahrer Grundschülerinnen und Grundschülern mit Migrationshintergrund dabei helfen, ihre deutschen Sprachkenntnisse zu verbessern.


Titelfoto: Freundeskreis Flüchtlinge Lahr

Lehrerkonferenz (von links): Heimfried Furrer, Adeeba Khan, Annika Kern, Marianne Perotto sowie Moshe und Debora Straniero tauschen Ideen aus.


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Die Ausstellung lebt im Internet weiter

Die Sonderausstellung des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr unter dem Titel „Unbekannte Mitbürger – Leben und Alltag von Geflüchteten in Lahr“ ist Geschichte. Sie war vom 22. September bis 10. November 2019 im Stadtmuseum zu sehen. Knapp 2000 Menschen haben die ehemalige Tonofenfabrik in den sechs Wochen besucht. Zusätzlich zum Rahmenprogramm hat es für Schulklassen Sonderführungen gegeben. Der Freundeskreis ist mit dem Ergebnis der Ausstellung zufrieden, wenn auch nicht immer alles rund gelaufen ist.

Die Mitglieder des Ausstellungs-Teams – Evelyne Bayer, Heimfried Furrer, Cosima Lipps, Günter Endres und Ali Rahman – haben in der Woche nach Ende der Ausstellung die Exponate, die ihnen beziehungsweise Geflüchteten gehören, abgeräumt und die Ausstellungsräume im zweiten Obergeschoss des Museums besenrein hinterlassen. Damit ist es aber noch nicht vorbei mit der Ausstellung, die dazu beitragen sollte, Vorurteile gegenüber von Geflüchteten abzubauen. Aus dem Material der Ausstellung soll eine Online-Präsentation entstehen. Zudem war der Vorschlag einer Broschüre in einer der Versammlungen des Freundeskreises geäußert worden.


Titelfoto: Freundeskreis Flüchtlinge Lahr

Sonderausstellung im Stadtmuseum: Die Geruchsstation mit den exotischen Gewürzen lässt sich nicht ohne weiteres online präsentieren.


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Globale Verantwortung vor der eigenen Haustür

Mit dem zweiten Preis in der Kategorie mittelgroße Kommunen und dem Preisgeld in Höhe von 3500 Euro ist die Stadt Lahr im Rahmen der landesweiten Initiative Meine.Deine.Eine Welt für ihre Veranstaltungsreihe Eine-Welt-Tage Lahr ausgezeichnet worden. Der Preis wurde der Lahrer Delegation am Freitag, 13. Dezember 2019, im Neuen Schloss in Stuttgart überreicht. Mit dabei war auch eine Abordnung des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr. Damit wurde das ehrenamtliche Engagement der Helferinnen und -helfer für den Austausch zwischen Lahrer Bürgern und Neuankömmlingen gewürdigt.

Die von der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) im Jahr 2006 ins Leben gerufene Initiative fand zum achten Mal statt. Vom 1. September bis 31. Oktober 2019 setzten sich insgesamt 26 Städte und sechs Gemeinden in Baden-Württemberg mit mehr als 350 Aktionen für weltweit mehr Nachhaltigkeit ein und dafür, dass die 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 in die Tat umgesetzt werden. Die Stadt Lahr beteiligte sich zum vierten Mal. 2017 hatte das Lahrer Netzwerk den dritten Platz in der Kategorie der mittelgroßen Kommunen und 1500 Euro gewonnen. Lahr ist die einzige Stadt aus dem Ortenaukreis, die sich an dieser Aktion beteiligt hat.


Titelfoto: SEZ

Die Lahrer Delegation holt sich den zweiten Preis im Neuen Schloss in Stuttgart ab.


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Ein Blick zurück auf ein ereignisreiches Jahr 2019

Ein Blick zurück auf ein ereignisreiches Jahr 2019. Heimfried Furrer, einer der Sprecher des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr, zieht eine Bilanz des zurückliegenden Jahres. Zu den Aktivitäten der Ehrenamtlichen zählen – wie seit Jahren schon – die Deutschkurse, die heute im Begegnungshaus auf dem Urteilsplatz, in der Theodor-Heuss-Schule und im Wohnheim für Geflüchtete in der Willy-Brandt-Straße stattfinden. Neu hinzugekommen ist das Projekt Nachhilfe an Grundschulen für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, die mit der deutschen Sprache hadern.

Für das Projekt, das nach den Osterferien begann, gab es bereits wenige Monate später den ersten Integrationspreis des Ortenaukreises. Einen Förderpreis gab es für die Worlderers, die Flüchtlingsband des Freundeskreises. Und Anfang des Jahres bekam Günter Endres, ebenfalls Sprecher des Freundeskreises, die Verdienstmedaille der Stadt Lahr verliehen. Weitere Höhepunkt des Jahres waren die Ausstellung des Freundeskreises im Stadtmuseum und die Teilnahme am Volkstrauertag.


Titelfoto: Gert Altmann / pixabay

Der Rückblick auf das Jahr 2019 zeigt: Die Liste der Aktivitäten war lang.


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