„Die größte Sorge ist, dass wir alle uns Nicht mehr wiedersehen“

Mirav ist eine Kurdin aus Afrin. Dort tobt seit zweieinhalb Jahren der Krieg gegen die Kurden nach einem Großangriff der Türkei mit Hilfe der syrischen Opposition. An dem Krieg, der in Syrien Ende 2010 begann, beteiligen sich jetzt auch die Türkei und Russland. Mirav lebt mit ihren beiden Kindern seit vier Jahren in Deutschland. Sie kommt aus einer früher gutsituierten Familie, hat fünf Geschwister und zahlreiche Verwandte.

Sie und ihre Kinder sind die Einzigen, die es – nach langer und gefährlicher Flucht durch die Türkei – nach Europa geschafft haben. Ist sie glücklich? Kann man überhaupt in dieser Situation glücklich sein? In dem folgenden Interview spricht sie über das Schicksal ihrer Familie, das von Freunden und darüber, wie es ihr selbst angesichts deren Schicksale geht.


Titelfoto: privat

Das Foto zeigt eine „Straße“ in einem der drei großen Zeltlager für die kurdische Bevölkerung von Afrin. Zu sehen ist eine Malaktion für Kinder im September 2019, veranstaltet vom Kulturausschuss der kurdischen Lagerverwaltung. 2000 Kinder bemalten ein 500 Meter langes Tuch zum Thema „Ich habe das Recht zu leben!“


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Nachhilfe: „Die Arbeit mit Migranten tut gut“

Marianne Perotto ist mit ihren 74 Jahren die älteste Lehrkraft beim Grundschulprojekt des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr. Sie ist verheiratet, hat einen Sohn und eine Tochter und zwei Enkel. Seit 2007 engagiert sich die Musiklehrerin ehrenamtlich in der Kreuzgemeinde als Kirchenälteste. Ehrenamtlich ist sie auch in der Gutenberg- und in der Schutterlindenbergschule tätig.

Immer geht es ihr darum, leseschwachen Kindern mit Migrationshintergrund beim Spracherwerb zu helfen. Im Herbst 2019 ist für sie mit der Grundschule Sulz noch eine dritte Schule dazugekommen – im Rahmen des Projekts des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr, das derzeit Corona-bedingt ruht. Heimfried Furrer, Organisator des Projekts, hat sie dafür gewonnen. In Sulz betreut sie zwei Mädchen. Marianne Perotto erzählt:


Titelfoto: Freundeskreis Flüchtlinge Lahr

Marianne Perotto am Flügel: Das erinnert an den Beruf, den die ehrenamtliche Helferin erlernt hat – Musiklehrerin.


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Corona: „Geflüchtete trifft es besonders hart“

In Zeiten von Corona, in denen die Menschen in ihrem Tun und ihrem Engagement ausgebremst werden, bleibt mehr Zeit, innezuhalten und nachzudenken – über sich und andere. Einer, der dabei weit über den Tellerrand hinausschaut, ist Heimfried Furrer, einer der Sprecher des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr. Hart trifft es in diesen Zeiten Geflüchtete, meint er, vor allem in Syrien und Griechenland.

„,Helden des Alltags‘ wie Evelyne Bayer vom Freundeskreis, die ihren Deutschkurs für Geflüchtete per PC organisiert hat und weiterhin durchführt, verdienen unsere Hochachtung. Menschen in Alters- und Pflegeheimen unser Mitleid, die Medien haben sie im Fokus.


Titelfoto: Freundeskreis Flüchtlinge Lahr

Es trifft vor allem die Kinder unter den Geflüchteten in der Corona-Krise besonders hart.


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Corona? – „Abwarten und auch Geduld haben“

Was macht Ihr so in Zeiten von Corona? Wie geht es Euch dabei? Das waren Fragen, die per E-Mail an die ehrenamtlichen Mitglieder des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr gegangen sind. Antworten darauf sollten alle Helferinnen und Helfer daran erinnern, dass es „Leidensgenossinnen und – genossen“ gibt, dass die Corona-Krise uns alle beschäftigt, nur auf unterschiedliche Weise. Es sollte auch die Möglichkeit aufgezeigt werden, dass die Website in Zeiten wie diesen eine gemeinsame Plattform sein könnte.

Um es vorwegzunehmen: Es haben nur sehr wenige Ehrenamtliche auf diese Fragen reagiert. Aber die nicht repräsentative Umfrage zeigt, dass die Pandemie mit jedem etwas anderes macht. Jeder nutzt diese Zeit auf seine oder ihre ganz besondere Weise. Befragte gaben dazu auch Tipps, darunter auch einen Buch- und einen Musiktipp. Und Evelyne Bayer hat eine eigene Umfrage unter ihren Deutsch-Schülern gemacht.


Titelfoto: Aka / pixelio.de

Viren lähmen auch die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr. Wie geht es ihnen dabei?


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Gemeinsame Proben funktionieren per Skype

„Musik ist nicht alles, aber ohne Musik ist alles nichts.“ So lautet das Motto von Bandleader Herbie Wickertsheim und seiner Flüchtlingsband The Worlderers besonders in Zeiten der Corona-Pandemie. Mesud und Nirov aus Syrien, Tahere aus dem Iran, Melika aus Afghanistan, Kamal, der Kurde, Yaya aus Gambia und Drummer Thomas können derzeit nicht im evangelischen Gemeindehaus der Christuskirche zusammen spielen, deshalb üben sie in Coronazeiten von zu Hause aus via Skype und Zoom mit ihrem Bandleader für den nächsten Auftritt, wann immer der auch sein wird.  

„Für uns ist das absolutes Neuland, daran müssen wir uns erst gewöhnen und es organisieren, denn nicht alles ist musikalisch über das Internet möglich“, beschreibt Herbie Wickertsheim die Situation. „Die Übertragung von einem zum anderen geschieht leider mit einer kleinen Zeitverzögerung. Deshalb ist es nicht möglich, in einem Gruppenchat direkt zusammen Musik zu machen. Die ersten Versuche waren chaotisch, denn wir wussten ja nicht, was da auf uns zukommt.“  


Titelfoto: privat

Mesud und Nirov proben in ihren eigenen vier Wänden, mit dabei ist Bandleader Herbie Wickertsheim am eigenen Bildschirm.


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