Weihnachtsmarkt in Obernai war das Ziel

Der Weihnachtsmarkt in Obernai war das Ziel. Dorothea Hertenstein vom Freundeskreis Flüchtlinge Lahr hat diesen Besuch gleich zu Beginn der Adventszeit organisiert. Insgesamt waren 29 Personen mit dabei – Geflüchtete und Ehrenamtliche. Eine Familie sei nicht gekommen, sie habe die Grippe erwischt, bedauerte die Reiseleiterin. Einer anderen Familie, die gerne dabei gewesen wäre, habe sie absagen müssen, denn sie war nicht im Besitz blauer Pässe, die für einen Grenzübertritt erforderlich sind.

Dass der Ausflug mit Geflüchteten immer auf den Beginn der Adventszeit fällt, hat seinen Grund: In diesem Jahr fuhr der Via-à-vis-Bus der SWEG die Strecke von Lahr nach Obernai und zurück am 7. Dezember zum letzten Mal. Dorothea Hertenstein, die Reiseleiterin, verteilte während der gut einstündigen Fahrt kleine Täfelchen mit Schokolade an die Fahrgäste aus Lahr und hatte für jeden ein paar Worte übrig. Nach der Ankunft in Obernai hatten sie knapp drei Stunden Zeit, sich das Städtchen, den Weihnachtsmarkt auf den engen Plätzen und in den Gassen sowie die vielen kleinen Geschäfte zu besuchen.


Titelfoto: Freundeskreis Flüchtlinge Lahr

Vor dem Besuch in der Innenstadt entsteht vor der Stadtmauer das Erinnerungsfoto.


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Thema Krieg und Flucht am Volkstrauertag

Thema Krieg und Flucht am Volkstrauertag: Sich an Menschen zu erinnern, die vor vielen Jahrzehnten Opfer von Gewalt geworden sind, ist ein Gedenken aus der Distanz. Menschen sprechen zu hören, die den Krieg am Rande Europas am eigenen Leib miterlebt haben und deshalb nach Deutschland, nach Lahr, geflohen sind, ist etwas, was uns alle akut betrifft und berührt. Drei junge Frauen aus Syrien haben bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag am Sonntag, 17. November 2019, im Lahrer Pflugsaal über Krieg und Flucht berichtet. „So einen emotionalen Gedenktag hatten wir noch nie“, betonte denn auch Stadthistoriker Thorsten Mietzner.

„Die Veranstaltung war mehr als beeindruckend“, sagte Heimfried Furrer, einer der Sprecher des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr. Und: „Die Reihenfolge der Vorträge erwies sich als gelungen: Hadeels Powerpoint-Präsentation mit Bildern ihrer Familie und deren Flucht bereitete auf das vor, was dann in Miravs Rede – ohne Bilder und nur mit einer kurzen Filmsequenz mit von Kerzen beleuchteten Gräbern getöteter Kurden – in der nüchternen Schilderung der Brutalität des erlebten Krieges den Zuhörern den Atem nahm. Und Nirov ergänzte das mit dem Bericht über ihre eigenen Erfahrungen und am Ende mit einem politischen Statement zum Verbrechen der Türken an den Kurden. Sie zeigte viele Bilder, die im Hintergrund abliefen, von Menschen auf der Flucht mit Gesichtern voller Angst, Erschöpfung und Verzweiflung. Und sie sang, begleitet von ihrem Mann Mesud auf der Saz, ein Lied über ihre Heimat.

Als sehr einfühlsam und empathisch habe er die Rede des neuen Oberbürgermeisters Markus Ibert empfunden. Furrers Fazit: „Ich hätte mir die Veranstaltung nicht gelungener vorstellen können. Hinterher habe ich von vielen Leuten mitgeteilt bekommen, wie beeindruckend sie das Gehörte fanden.“ Was Hadil, Mirav und Nirov mit ihrem Mann Mesud  in der Feierstunde geboten haben, habe die Teilnehmer sehr bewegt, so hat es auch Günter Endres empfunden, ebenfalls Sprecher des Freundeskreises.
„Es war eine emotionale Feierstunde, die letztlich auch für den Freundeskreis – ungeplant zwar – eine gute Sache war.“


Titelfoto: Bernd Kasper / pixelio.de

Für die Besucherinnen und Besucher war die Gedenkveranstaltung so emotional wie noch nie.


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Das Beatmungsgerät hat die Flucht überstanden

„Die Sonderausstellung Unbekannte Mitbürger – Leben und Alltag von Geflüchteten in Lahr“ im Stadtmuseum zeigt auch eines: Die geflüchteten Menschen haben in ihrer Heimat Hab und Gut zurücklassen müssen und auf ihrer Flucht auch noch das ein oder andere verloren. Oft sind es mehr oder weniger alltägliche Dinge, die sie auf ihrem Fluchtweg nach Lahr retten konnten. Riad Alsaleh aus Syrien, 40 Jahre alt, und seine Familie – Safaa Alahmad, 36, Seba Alsaleh, 9, Maria, 7, Yamen, 5, Jahre und Omar Alsaleh, 3 Jahre alt – haben ein Beatmungsgerät mit nach Lahr gebracht, und Turnschuhe. Riad Alsaleh erzählt:

„Ich arbeitete als Vermessungstechniker für eine große Firma in Der Al Zoor. Von 2011 bis 2012 sind wir umgezogen wegen des Kriegs. Meine Stadt war die erste, die ganz zerstört wurde. Es wurde übrigens nie in den Nachrichten erwähnt. Da meine Tochter Maria ins Krankenhaus musste, sind wir in die Türkei weitergezogen. Dort, mietete ich eine Wohnung und wir blieben zwei Jahre wegen Marias Krankheit.


Titelfoto: Freundeskreis Flüchtlinge Lahr

In der Sonderausstellung im Stadtmuseum ist neben Gegenständen von Geflüchteten und vielen anderen Dingen auch eine Sitzecke zu sehen – mit Büchern rund um das Thema Migration.


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Die Leiden einer jungen Kurdin aus Afrin

Dieser Text handelt von den Leiden einer jungen Kurdin aus Afrin. Sie ist in Sicherheit in Deutschland, in Lahr. Aber sie kommt nicht zur Ruhe. Das liegt an der türkischen Invasion ins syrische Kurdengebiet. Die junge kurdische Frau, die vor dem Krieg in ihrem Heimatland Syrien geflohen ist und nicht namentlich genannt werden will, hat in dem umkämpften Gebiet Familienangehörige, die in Lebensgefahr sind. Auf der Website des Freundeskreises beschreibt sie ihre Gefühle.

„Ich schreibe dies auf, weil mir sonst vor Kummer und Leiden das Herz zerspringt. Auch sollen meine Kinder dies später lesen und erfahren, was ich ihnen jetzt, so gut es geht, ersparen will zu hören. Und auch die Deutschen sollen mein Leiden miterleben, gerade die.


Titelfoto: Peter Smola / pixelio.de

Was macht der Krieg in Nordsyrien mit Geflüchteten in Deutschland, in Lahr? Eine junge Kurdin berichtet.


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Helfer beim Quiz-Turnier auf dem dritten Platz

Beim zweiten Dorfquiz der Gesangs- und Sportvereinigung Mietersheim am Samstag, 12. Oktober 2019 hat auch ein internationales Rateteam des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr teilgenommen und unterlag knapp beim Stechen um den zweiten Platz. Es landete auf Platz drei und als Preis gab es eine gute Ration Bier.

Gedopt durch die Suppen beim Suppenfest in der Mehrzweckhalle des Bürgerparks am gleichen Tag – auch mit Suppen von Mitgliedern des Freundeskreises unter Leitung von Silvia Boniface-Anyanwo – machte sich das Rateteam – Sascha Walter, Jürgen Siefert, Dima Walter, Stephanie Kempchen und Heimfried Furrer – auf nach Mietersheim, wo sie sich im Verlauf des Rate-Abends unter den 15 Mannschaften nach hartem Kampf von einem mittleren Rang bis auf den zweiten Platz hocharbeiteten. Den mussten sie allerdings mit einem anderen Team punktegleich teilten. Das junge Paar aus der Ukraine – Sascha und Dima Walter – war erst eine halbe Stunde vor Beginn der Raterunde zum Team dazugestoßen.


Titelfoto: privat

Das Quiz-Team des Freundeskreises Flüchtlinge Lahr freut sich mächtig über den dritten Platz und den Preis, den es dafür gibt – Bier (von links): Sascha Walter, Jürgen Siefert, Dima Walter, Stephanie Kempchen und Heimfried Furrer.


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